pianoforte10: Ana Marija Markovina
21.05.2010

Chopin und Schumann zum Jubiläum

Termin: Freitag, 21. Mai 2010, 20 Uhr
Ort: Ratssaal der Stadt Xanten, 1. OG

Karten: 8 € normal/5 € Schüler, Studenten, Mitglieder

Vorverkauf: ab Anfang März in der Buchhandlung Librarium, Marsstr., Xanten

Die in Kroatien geborene und in Köln lebende Musikerin Ana-Marija Markovina begann ihre Künstlerlaufbahn mit frühen nationalen und internationalen Wettbewerbserfolgen, denen eine rege Konzerttätigkeit folgte. Sie studierte an den Musikhochschulen in Detmold und Weimar und schloss an der Hochschule „Hanns Eisler“ in Berlin ihr Studium mit dem Konzertexamen ab. Ihre wichtigsten Lehrer waren die Professoren Paul Badura-Skoda, Vitaly Margulis und Rolf-Dieter Arens.

Ana-Marija Markovina spielte als Solistin mit zahlreichen bedeutenden Orchestern in Deutschland, außerdem im Ausland u.a. mit dem New Japan Phiharmonic Orchestra, dem Romanian Radio Chamber Orchestra Bucharest, dem Oulu Symphony Orchestra in Finnland, den Sofia Soloists, der Rumänischen Staatsphilharmonie Iasi, dem Orchestra dell'Università degli Studi di Milano etc. Sie konzertierte solistisch in den wichtigen Konzertsälen Deutschlands wie dem Konzerthaus Berlin, der Musikhalle Hamburg, der Bonner Beethovenhalle, dem Prinzregententheater München, der Liederhalle Stuttgart, der Meistersingerhalle Nürnberg etc. und erhielt Einladungen zu den großen deutschen Festivals, wie z.B. dem Schleswig-Holstein Musikfestival und dem Klavier-Festival Ruhr. Konzertreisen führten sie zu Festivals in ganz Europa u.a. zum Piano Stars Festival nach Lettland, zum internationalen Klavierfestival in Yokohama, zum Festival do Musica in Estoril, zum Deia Music Festival in Spanien, zu den Badener Beethoventagen in Österreich, und außerdem in die bedeutendsten Säle von London, Amsterdam, Mailand, Rom, Bukarest, Sofia, Kiew, Tokio, Sapporo, Nagoya, Kioto und Osaka.

Zahlreiche Rundfunk-Aufnahmen und Konzert-Mitschnitte dokumentieren ihr hohes künstlerisches Niveau. Mit dem Dirigenten Federico Longo nahm sie Mozarts Klavierkonzerte c-moll und d-moll im Super Audio Verfahren (SACD) für Marc Aurel auf. 2005 spielte sie mit großem Erfolg im Auditorium von Mailand Antonio Salieris C-Dur Konzert, das im Rahmen einer Deutschlandtournee vom WDR live mitgeschnitten und gesendet wurde. Im Mai 2006 war sie Solistin des ihr gewidmeten Werks "Primula Argentea" für Klavier, Chor und Orchester von Marco Taralli bei der Uraufführung im Auditorium von Rom, und 2007 eröffnete sie mit Tschaikowskis drittem Klavierkonzert das 15. Internationale Piano Stars Festival in Lettland.

Für das Label Sony Classical nahm sie 2004 Schumanns Klavier-Quintett op.44 auf. Anfang 2006 erschienen zwei weitere CDs mit Werken von Robert Schumann und Carl Philipp Emanuel Bach beim Label Genuin und 2007 dann die vielbeachtete Ersteinspielung aller vollendeten Klavierwerke von Hugo Wolf.

Neben einer regen Konzerttätigkeit wirkt Ana-Marija Markovina auch als Klavierpädagogin, gibt Meisterkurse, und ist regelmäßig Jury-Mitglied bei Wettbewerben. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Bildung und Kultur (IfBK) tritt die Musikerin mit dem Psychologen Prof. Dr. Helmut Reuter in neu konzipierten Wort- und Musikprogrammen auf und engagiert sich für das Thema „Musikästhetik und Psychologie“.

Paul Badura-Skoda bezeichnet sie als eine der „bedeutendsten Pianistinnen ihrer Generation“.

 

Das Existenzielle und das Elegante

Die französisch/polnische Eleganz des 19.Jahrhunderts ist eine ganz andere Welt als die Seelenvertiefung der deutschen Romantik. Die Zeitgenossenschaft beider Komponisten setzt Akzente auf die gesellschaftliche Gemeinsamkeit im internationalen Konzertbetrieb und die vollständige Authentizität der unterschiedlichen Seelenwelten. Für uns heute ist es faszinierend, diesen Kontrast simultan erleben zu können, was gerade auch durch den zeitlichen Abstand zu einer neuen und bewegenden Erfahrung werden kann.

Das Wesen der deutschen Romantik ist nicht vordergründig bezogen auf den Salon und seine Eleganz sondern gekennzeichnet durch die viel beschworene Innerlichkeit, die trotz des zwischenzeitlichen Missbrauchs dieses Begriffs ganz unabweisbar ist. Innerlichkeit heißt bei Schumann Erfahrung der Nachtseite des Lebens.

Nachtseiten, wie sie bei Jean Paul und E.T.A. Hoffmann durchgängiges literarisches Thema sind. Nachtseiten auch, die die geistigen und seelischen Gefährdung des Individuums mitmeinen. Das ist aber nur die eine Seite: Schumanns Kompositionen kennen wunderschöne und lichten Momente.

Ein drittes ist das Hauptelement der deutschen Romantik: die spielerische Ironie.

Chopins Klangwelt ist ganz anders: Ironie kennt sie nicht, Wahnsinn und geistige Gefährdung ebenso wenig. Schönheit aber sehr wohl. Diese Schönheit ist nicht nur in den an die Folklore angelehnten Stücken schlicht und volksliednah, sondern auch von der Eleganz des großbürgerlichen und adligen Salons.

Aus dem politischen Schicksal seines Heimatlandes heraus motiviert leuchtet aus dieser Ebene die Leidenschaft und der kämpferische Zorn des Patrioten auf.

Dieser Patriotismus ist nicht chauvinistisch, sondern er ist an die Gesellschaft und an die Volkskultur gebunden.