Geschichte der Stadt Xanten, Band 2
Buchinhalt
Die Geschichte Xantens ist nicht nur untrennbar mit der Römerzeit verbunden. Auch die Zeit des Übergangs von der Antike zum Mittelalter hat hier zu Forschungen in allen kulturwissenschaftlichen Disziplinen angeregt. Die Ruinen der verlassenen römischen Stadt ließen den Xantener Raum Eingang in viele Sagen und Legenden finden, deren Ursprünge bis in das frühe Mittelalter zurückreichen. So wurde er vor allem in die fränkische Troiasage und das Nibelungenlied einbezogen. Der Xantener Patron St. Viktor zählte schließlich zu den Protagonisten in der Legende vom Martyrium der Thebäischen Legion. Das nach ihm benannte Kanonikerstift stieg im hohen Mittelalter zu einem bedeutenden Zentrum des unteren Niederrheins auf. Persönlichkeiten wie Norbert von Xanten stammten aus seinen Reihen. Seine Pröpste gehörten dem Priorenkolleg der Kölner Erzbischöfe an und waren so eingebunden in regionale und reichspolitische Zusammenhänge. Die werdende Stadt durchlief demgegenüber eine Entwicklung, die mit dem Kaufmannsprivileg von 1142 ihren ersten urkundlichen Niederschlag und in der Stadtrechtsverleihung von 1228 ihren vorläufigen Höhepunkt fand. Mit diesem Buch liegt für Xanten erstmals eine Gesamtdarstellung des frühen und hohen Mittelalters vor, die auch Exkurse zu Archäologie und Baugeschichte beinhaltet.
Rezensionen
„Stadtgeschichte hat Konjunktur: Viele nach Bedeutung, Vergangenheit, Größe u.a. höchst unterschiedliche Städte haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten eine wissenschaftlich erarbeitete Stadtgeschichte vorgelegt […]. All diesen Unternehmungen ist gemeinsam, dass in der Regel Historiker als Autoren gewonnen werden, die sich bereits durch anderweitige Eines der Verdienste der Arbeit von Ingo Runde liegt darin, dieses Dickicht an Literatur durchmessen - das Literaturverzeichnis umfasst schätzungsweise mehr als 1300 Darstellungen – und auf dieser Grundlage ein Jahrtausend Xantener Geschichte dargestellt zu haben. Dass dabei auch die meist gedruckt vorliegenden Quellen erneut einer kritischen Überprüfung unterzogen wurden, versteht sich von selbst. Als weitere methodische und ertragreiche Vorgehensweise ist herauszustellen, dass der Autor weit in die Forschungsgeschichte zurückgeht […]. Ferner findet eine Einbettung in überregionale (spätrömische Provinzial-, mittelalterliche Reichs-)Geschichte statt. Der dadurch entstehende Blick auf Wechselwirkungen zwischen lokalen und überregionalen Bezügen führt durchaus zu neuen Erkenntnissen […]. Schließlich bedient sich Runde insbesondere für die quellenarmen Jhh. bis zum hohen Mittelalter häufiger des Vergleiches […]. Positiv zu würdigen sind ferner die wohltuend vorsichtigen Wertungen des Autors in Bereichen, in denen sich der Historiker von den Quellen her auf dünnem Eis bewegt. […] Mit seiner Darstellung hat Runde ein Standardwerk für die Xantener Geschichte geschaffen, das aufgrund seiner vielfältigen Bezüge allerdings weit über die lokale Historie hinausweist.“
Geschichte in Köln
„Bislang fehlte eine Gesamtdarstellung der Geschichte Xantens im frühen und hohen Mittelalter. Diese liegt nun in der Duisburger Dissertation von Ingo Runde (betreut von Dieter Geuenich) vor. Ausgehend von der Römerzeit und reichend bis zur Stadtrechtsverleihung im Jahre 1228, behandelt die recht voluminöse Arbeit sämtliche für die Xantener Vergangenheit wichtigen Aspekte und Fachbereiche wie Archäologie und Baugeschichte, politische Geschichte, Siedlung und Stadtwerdung, Sagen und Legendentradition, kirchliche Vergangenheit und Entstehung des Viktorstifts. [...] Runde [ist] ein gutes und grundlegendes Werk gelungen, das wegen seiner interdisziplinären Methode und Ausrichtung beispielhaft ist, ein treffliches und umfassendes Bild von einem der bedeutendsten Orte des Rheinlandes für das frühe Mittelalter vermittelt, den aktuellen Stand der Forschung dazu liefert und noch lange seinen Wert behalten wird.”
Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein
„Die ambitioniert breit angelegte Studie von Ingo Runde versteht sich als Auftakt einer Serie wissenschaftlicher Publikationen, durch die erstmals eine Gesamtdarstellung zur Geschichte der Stadt Xanten vorgelegt werden soll. Die Arbeit verfolgt u. a. das Ziel, die für Laien oft nur schwer verständlichen, "extrem detailreichen" Ausgrabungsberichte und kontrovers geführten archäologischen Diskussionen durch einen „inhaltlich-sprachlichen Transfer" [...] einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, was dem Autor zweifellos gelungen ist. [...] Seinen Schwerpunkt und seine Stärken besitzt das Buch im Bereich des Früh- und Hochmittelalters, wo es durchaus Handbuchcharakter hat. Hier bietet Runde eine umfangreiche Präsentation und Diskussion der vorliegenden Schriftquellen und setzt diese in Beziehung zu den archäologischen Überresten, gelegentlich auch zu Werken aus dem Kirchenschatz wie dem Viktorschrein.”
Sehepunkte
„An wissenschaftlicher Literatur über Stift und Stadt Xanten, einer der geschichtsträchtigsten Orte des Niederrheins, herrscht kein Mangel, doch ist diese fast immer auf Spezialprobleme ausgerichtet oder der Edition von Teilquellen gewidmet. Runde übernimmt es […], eine Zusammenfassung aller bisher bekannten Fakten und Quellenprobleme zur Xantener Geschichte von der Antike bis etwa zur Stadtrechtsverleihung von 1228 darzubieten.[…] Die frühe Historie des Stiftes Xanten einschließlich seiner Besitzungen wie auch die Anfänge der städtischen Siedlung werden von Runde ausführlich gewürdigt.”>
Das Historisch-Politische Buch
„[...] mit dieser von Ingo Runde an der Universität Duisburg vorgelegten Dissertation [liegt] ein bemerkenswerter Band vor, in dem der Autor aus tiefer Quellenkenntnis schöpfen konnte und zudem auf fruchtbare Weise Archäologie, Germanistik und Geschichte miteinander verwoben hat. Seinen umfangreichen Zettelkasten in Form einer Datenbank, die auch für weitere Forschung zur Verfügung steht, hat er zudem nicht einfach über den Leser ausgeschüttet, sondern in eine angenehm lesbare Sprache gegossen. Der Autor kann wie die Stadt Xanten zu diesem Band nur beglückwünscht werden, gerade weil nun ein etwas nüchternerer Blick an die Stelle einer häufig starken Verklärung der Frühgeschichte dieser Stadt getreten ist.”
H-Soz-u-Kult
„Nur wenige Städte des Niederrheins üben auf der geschichtsinteressierten Bürger eine solche Faszination aus, wie gerade die Stadt Xanten. [...] Nun hatte in der älteren Historiographie der Stadt der Lokalpatriotismus häufig den Sieg über die Quellenkritik davongetragen und noch bis in jüngste Zeit ist in den Darstellungen zur Frühgeschichte Xantens nicht immer zwischen Sage oder Legende und exakten Forschungsergebnissen unterschieden worden. [...] Die vorliegende, sehr quellennahe und gründliche Darstellung [...] will Licht in den Nebel der Überlieferung bringen. Sie will nicht nur die historische Entwicklung Xantens im Übergang von der Römerzeit zum Mittelalter bis zur Stauferzeit darstellen, sondern sich auch mit der Sagentradition auseinandersetzen und dabei die Geschichte von Stift und Stadt in den überregionalen Kontext, die Erzbistums- und Reichsgeschichte einbetten. [...] Methodisch beispielhaft ist vor allem die interdisziplinäre Arbeitsweise, die die archäologische mit der historischen Forschung und der Literaturwissenschaft verbindet.”
Düsseldorfer Jahrbuch
„Aus den zahlreichen, hochinteressanten Aspekten oder Untersuchungen des vorliegenden Werkes sei besonders auf den Abschnitt verwiesen, der sich mit dem historischen Aussagewert von Sagen und Legenden beschäftigt. [...] Die Geschichte Xantens im frühen und hohen Mittelalter kann allen Xantenern, allen Niederrheinern und allen historisch Interessierten zur Lektüre empfohlen werden. Dabei geht es nicht nur um lokalhistorische Belange, sondern am Beispiel Xantens lassen sich wesentliche Grundzüge und Entwicklungen der mittelalterlichen Geschichte überhaupt nachvollziehen.”
Der Niederrhein
„Ingo Runde hatte sich im Rahmen seiner Dissertation mit der Mittelalter-Geschichte Xantens beschäftigt. Und damit erstmals eine Geschichte der Domstadt vorgelegt, […] eine knapp 650 Seiten starke spannende Lesereise durch die Stadtgeschichte.”
Niederrheinische Blätter
„Die hübsche, aber nie sehr große Stadt am Niederrhein (Xanten) hat eine sagen- und geschichtenumwobenere Vergangenheit als manch große Metropole. Dennoch hat es keine Gesamtdarstellung der Xantener Historie gegeben, bis es dem Duisburger Doktoranden Ingo Runde gelang, eine umfangreiche und von Wissen geradezu strotzende Dissertation über „Xanten im frühen und hohen Mittelalter. Sagentradition, Stiftsgeschichte und Stadtwerdung“ zu schreiben. Sie [...] gibt mit großer Gründlichkeit [...] den Wissensstand über die Frühzeiten der Stadt wieder.”
Neue Ruhr Zeitung