Geschichte der Stadt Xanten, Band 3
(= Rheinisches Archiv 150; Geschichte der Stadt Xanten Band 3)
Verlag Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2007
669 Seiten
49,90 €
Inhalt
Xanten geriet im späten Mittelalter in das Blickfeld zweier zunehmend miteinander konkurrierender Mächte: der Erzbischöfe von Köln und der Grafen, später Herzöge von Kleve. So erhob der Kölner Erzbischof im Jahre 1228 Xanten zur Stadt. Die Grafen von Kleve wiederum hatten schon vor der Stadterhebung die Vogtei über das bedeutende Kanonikerstift St. Viktor inne, das durch seinen Grundbesitz und als Sitz des Archidiakons für die Entwicklung des Ortes von entscheidender Bedeutung war. Stift und Stadt lagen somit in beider Interessensphären, so dass die Situation Xantens teilweise einer Zerreißprobe gleichkam. Neben diesen machtpolitischen Auseinandersetzungen wurde die Geschichte Xantens durch den gotischen Kirchbau geprägt. Die Grundsteinlegung fand unter Propst Friedrich von Hochstaden, dem Bruder des Kölner Erzbischofs, im Jahre 1263 statt. Ist hier durchaus ein Wetteifern mit dem Kölner Dombauprojekt zu erkennen, so konnte der Xantener Bau im Gegensatz zu diesem noch zu Beginn des 16. Jahrhunderts vollendet werden. Die reichhaltige Überlieferung spiegelt die enormen Anstrengungen wider, welche zur Fertigstellung der Stiftskirche notwendig waren. Einzelne Förderer oder Stifter treten in Erscheinung und lassen vornehmlich im Bereich der Führungsschichten auch das städtische Leben lebendig werden. Die Xantener Bevölkerung erlebte im späten Mittelalter Hungersnöte, Pestepidemien und Überschwemmungen; im 14. und 15. Jahrhundert wurde sie zudem mehrfach durch kriegerische Ereignisse in Mitleidenschaft gezogen.
Rezensionen
Rheinische Post:
An langen Herbst- und Winterabenden wird das neue Buch zur Geschichte Xantens im späten Mittelalter ein treuer Begleiter sein. Historisch Interssierten und Freunden der Domstadt gewährt es einen Eindruck von einem spannenden Zeitabschnitt der Stadtgeschichte von 1228 bis 1414 mit einem Ausblick auf 1514. [...] Heike Hawicks hat nun sowohl die Geschichte der Stadt und die des Stiftes zusammengeführt als auch den spätmittelalterlichen Lebensumständen der Menschen mit Hochwasser, Pest, Hungersnöten und kriegerischen Auseinandersetzungen Raum gegeben. Mit ihrer Arbeit zur Stadtgeschichte promovierte die Autorin an der Universität Duisburg-Essen und wurde mit "summa cum laude" ausgezeichnet.
Neue Ruhr Zeitung:
Altbürgermeister Alfred Melters übertrieb nicht, als er von "einem besonderen Tag" für Xanten sprach. "Es ist eine großartige Sache, ein lesbares Werk über Xanten im späten Mittelalter vorzustellen" [...], das bis ins Detail die Geschichte von der Stadterhebung 1228 bis zum Ausgang des Mittelalters 1514 beschreibt. Autorin ist die Duisburger Wissenschaftlerin Dr. Heike Hawicks. 2003 gab Dr. Ingo Runde ,Xanten im frühen und hohen Mittelalter' heraus. Damit liegt eine lückenlose Erforschung der mittelalterlichen Stadt vor. "Eine Art Jahrhundertwerk", so Melters. "Kaum eine Stadt kann ein so geschlossenes wissenschaftliches Werk über seine Geschichte nachweisen." Das neue Buch, ohne Quellenangaben und Inhaltsverzeichnis 563 Seiten stark, sei ein wissenschaftliches Denkmal über Xanten. Das Werk [...] erhielt im Frühjahr den Wissenschaftspreis der Stadt Essen.
"Die Stadt Xanten kann stolz sein, mit dem vorliegenden Band ein Werk zu besitzen, das nach der Studie über "Xanten im frühen und hohen Mittelalter" einen weiteren Abschnitt ihrer mittelalterlichen Geschichte gründlich erforscht und überzeugend darstellt. [...] Die vorgestellte Untersuchung ist über den engeren Bereich der Stadt hinaus natürlich auch für die Geschichte des Niederrheins und seiner Territorien von großer Bedeutung. Dank zuverlässiger Quellenarbeit und –interpretation wird eine Epoche aufgearbeitet und zusammenhängend dargestellt, die bisher in der Forschung [...] nicht gerade besondere Aufmerksamkeit gefunden hat [...]. Für Xanten ist es ein Glücksfall, durch
Dissertationen wissenschaftlich fundierte Beiträge zur Stadtgeschichte zu erhalten." (Paul Wietzorek, Der Niederrhein 1/2008, S. 40)
„Es handelt sich bei dem vorliegenden Band um eine ganz außergewöhnlich gründliche und dichte Arbeit, die nicht nur die Quellen zur Xantener Stadt- und Stiftsgeschichte genauestens auswertet und in überzeugender Weise in den allgemeinen landes-, reichs- und kirchengeschichtlichen Kontext einpasst und damit ein Standardwerk zur spätmittelalterlichen Geschichte der Stadt Xanten darstellt. Es handelt sich auch, was die Darstellung des Verhältnisses von Kurköln und Kleve angeht, um eine
hervorragende Leistung auf dem Gebiet der Landesgeschichte des Niederrheins.“ (Clemens von Looz-Corswarem, Düsseldorfer Jahrbuch 79, 2009, S. 495